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Chronik

Gottmannsdorf im Winter
Gottmannsdorf im Winter

Ca. 260 n. Chr. nach der Vertreibung der Römer durch die Alemannen veränderten viele Stämme ihre Wohngebiete. Vermutlich in dieser Zeit drangen vom Osten her slawische Siedler in unsere Heimat ein.

Das gibt uns auch den Hinweis auf den Gründer. In den „Heimatgeschichtlichen Blättern“ weist Traunfelder darauf hin, dass der namensgebende erste Siedler ein Slawe war und Gedomusel genannt wurde.

Der fremdklingende slawische Personenname wurde im 14./15. Jahrhundert an deutsche Personennamen angeglichen: „Gotman“.

  • 1239 Godemuezelsdorf
  • 1286 Gotmuzzelsdorf
  • 1402 Gotmanssdorff
  • 1413 Gotmannsdorff
  • 1504 Gotmanßdorff

Die Kapelle – einziger Zeuge aus vergangener Zeit

Sie wird erstmals 1239 erwähnt und mit ihr der Ort Gottmannsdorf. Die Kapelle muss aber noch älter sein und geht mit Sicherheit nicht auf eine Gründung durch das Kloster Heilsbronn zurück, das schon gut 100 Jahre vor diesem Zeitpunkt bestand. Zum einen sind keine Unterlagen in den klösterlichen Aufzeichnungen über Ausgaben zum Bau vorhanden und zum anderen gehörte die Kapelle (wie auch die Kirche von Markttriebendorf) gar nicht zum Einflussbereich des Klosters, sondern zu Großhaslach.

Gottesdienst hielt im Jahr 1239 der Domherr Friedrich von Grindelach. Dieser geriet mit dem Besitzer der Burg von Bürglein in einen Rechtsstreit. Man war sich nicht einig, wem die Einnahmen, die die Gottmannsdorfer zu entrichten hatten, zufließen sollten.

Der Pfarrer von Großhaslach forderte die Abgaben für sich, weil er sie für seinen Lebensunterhalt brauchte. Er hatte ja auch einen weiten Weg bis zur Grenze seiner Pfarrei zurückzulegen. Dazu dauerte der Gottesdienst im frühen Mittelalter vier Stunden. Ob und wie oft die Gottmannsdorfer nach Großhaslach mussten, ist nicht bekannt.

Die Kapelle lag aber im Einflussbereich des Burgherrn Gottfried von Sulzbürg, der auf der nur zwei Kilometer entfernten Burg Bürglein auf dem Weinberg saß. Aus der Tatsache, dass er das Patronatsrecht beanspruchte, lässt sich vermuten, dass er oder einer seiner Vorgänger die Kapelle bauen ließen oder den Baugrund besaßen.

Bischof Hermann von Würzburg beendete 1239 den Streit durch einen Kompromiss.

Pfarrer Grindelach soll die Einkünfte aus dieser Kapelle auf Lebenszeit genießen. Nach seinem Tod wird das Patronatsrecht (also das Schutz- aber auch Einnahmerecht) an der Gottmannsdorfer Kapelle an Gottfried von Sulzbürg als Lehen vergeben. Dieser Vertrag ist die erste urkundliche Erwähnung von Gottmannsdorf.

Dieser Gottfried von Sulzbürg stand im Gegensatz zu seinem Nachfolger Konrad in gut nachbarschaftlichem Verhältnis zum Kloster Heilsbronn. Er übergibt 1249, also nur 10 Jahre später, dem 9. Abt Edelwinus durch Schenkung das Patronatsrecht der Kirche von Bürglein und zugleich von der Filialkirche Gottmannsdorf. Diese Schenkung wurde 1286 zweimal bestätigt.

Wie Bürglein hatte also Gottmannsdorf eine Zeit lang einen eigenen Pfarrer (Vikar). Im Vertrag von 1408 zwischen dem Bischof von Würzburg und dem Kloster wird bestimmt, dass der Pfarrer von Bürglein wöchentlich in Gottmannsdorf eine Messe zu lesen hat.

Kriegerische Zeiten

Den Bauernkrieg von 1525 überstanden Kapelle und Dorf unbeschadet. Es gab in der Umgebung keine größeren Unruhen, wohl auch, weil das Kloster seine Untertanen gut behandelte. Unter dem Krummstab war gut zu wohnen.

Im Schmalkaldischen Krieg (1546-1555) – ein Religionskrieg zwischen katholischen und evangelischen Fürsten – besetzten nach der Niederlage der evangelischen Partei die kaiserliche Reichsarmee unter Herzog Alba viele protestantische Gebiete und brachte Drangsal und Zerstörungen. Häuser wurden geplündert und in Großhabersdorf 12 Bauern erstochen.

Im Markgrafenkrieg kämpfte Albrecht Alcibiades, Markgraf von Ansbach, 1522 gegen die Stadt Nürnberg. Seine „Brennmeister“ legten so manches Anwesen und ganze Dörfer, die in Nürnberger Besitz waren, in Schutt und Asche. Die 8 klösterlichen Höfe von Gottmannsdorf – er war der Schutzherr und Freund des Klosters – blieben verschont und durch die Bitte des Abts auch die 2 in nürnbergischem Besitz.

Die Kapelle wurde von den markgräflichen Soldaten zwar geplündert und „übel zugerichtet“, aber nicht angezündet.

Das geschah 1632 im 30jährigen Krieg (1618-1648), als unsere Gegend fast im Brennpunkt des Geschehens lag. Wallensteins Truppen standen sich westlich bei Zirndorf und Gustav Adolfs Schweden östlich der Rednitz in Nürnberg gegenüber und versorgten sich rücksichtslos aus dem Umland. Gewalt, Hungersnot und Pest entvölkerten unsere Heimat. Viele Felder lagen brach und verholzten.

Die kaiserlichen Soldaten Wallensteins brannten in Gottmannsdorf vier Höfe, darunter auch die nürnbergische Wirtschaft, und die Kapelle nieder. Nur zwei Messingleuchter, die im Inventar der Kirche von Bürglein 1688 aufgeführt werden, konnten gerettet werden. Von den sechs nicht abgebrannten Höfen standen vier unbewohnt und verödeten. Nur zwei wurden während des ganzen Krieges bewohnt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts musste auch Gottmannsdorf die Einquartierungen und Durchzüge französischer Truppen erdulden. Bayern war Verbündeter in Napoleons Koalitionskriegen. Im Jahre 1807 betrug die Schuldenlast der Gemeinde 300 Gulden.

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