Stadt Heilsbronn

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Von Wizenbrunnen zu Weißenbronn

Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1286 tauschte Wirntho von Dietenhoven mit dem Kloster Halsprunne drei Praedien, also Höfe in Wizenbrunnen gegen Klostereinkünfte in Butendorf und Huslin, wo immer diese beiden auch sein mögen.

In seinen Anfängen wurde Weißenbronn unterschiedlich bezeichnet: Witzenbrun (1318), Wiesenbrunn (1322), Weißenbrunn (1337), nach alten Pfarrchroniken ist es aber auch Wizenbrunnen, Wißenbrunn, Wiesenprunn oder Weysenbrun geschrieben worden. Für die Bedeutung des Namens gibt es unterschiedliche Erklärungen. Da in den Klosterakten auch von „Alba fons“ die Rede ist, gehen die einen von hellen, klaren Quellwassern aus, während die anderen den Brunnen des Wizzo, eines Wildhüters, darin sehen. Jedenfalls geht es wohl immer um die heutige Weißach, die Auswärtige nur schwer als Bach erkennen können, da von ihrer Quelle Wasser für acht Sammelstellen abgezweigt wird. Bis heute liefert diese Quelle einwandfreies Wasser.

Es steht fest, dass Weißenbronn früh mit dem Kloster Heilsbronn verbunden war. So verkaufte der Abt Konrad von Brundelsheim im Jahr 1318 ein Gut in „Wizenbrunn einem jungen Dyhßler daselbst ... unserm besunderlichen und lieben Diener und Frawen Adelheid seiner Wirtin um 36 Heller“.

Aus Aufzeichnungen des Pfarrers Johann Jakob Stettner aus dem 17. Jahrhundert geht folgendes hervor: Am 20. Oktober 1337 wurde die hiesige Kirche durch ein Breve des Papstes Benedikt XII. dem Erzengel Michael geweiht. Ausgestellt wurde diese Urkunde in Avignon, das damals der Sitz des Papstes in der sog. „Babylonischen Gefangenschaft“ war, im dritten Jahr des Benedikt XII. als Papst. Da auf unserem Turm eine Glocke aus dem Jahr 1295 hängt, liegt die Vermutung nahe, dass vor unserer St. Michaelskirche schon ein anderes Gotteshaus vorhanden war.

Vom Jahr 1496 wissen wir, dass es in Weißenbronn neben dem Kloster Heilsbronn auch andere Grundherren gegeben hat. Wie sonst hätten Hans und Christoph von Seckendorff als Herren zu Dettelsau Güter an einen Fritz Lidwach oder Lidpach, Edelmann von Kammerstein, verkaufen können? Der wiederum gab seinen Besitz 1516 an das Kloster weiter, das damit das ganze Dorf unter seiner Rechtssprechung hatte. Es hatte schon zuvor eine Badstube und ein Wirtshaus in Weißenbronn betrieben. Das Kloster war kein „harter“ Grundherr, sondern hatte Verständnis für seine Untertanen. So war es in schlechten Zeiten durchaus zu Stundungen von Pachtzinsen bereit oder erließ auch mal die Schulden. Das wird wohl auch der Grund gewesen sein, weshalb es in unserer Gegend im Bauernkrieg nicht zu radikalen Ausschreitungen gekommen ist.

Ursprünglich gab es in Weißenbronn fünf Höfe, die dem Pfarrer Abgaben zu leisten hatten. Zwei von denen waren bis zum Jahr 1563 zusammengekommen und bildeten ein Doppelgut. Jedenfalls werden von da an für lange Zeit nur vier "Bauern" genannt, aber die Abgaben werden weiterhin von fünf Höfen berechnet. Obwohl sich diese Doppelstelle im Laufe der Jahrhunderte stark verkleinerte, und der Besitzer derselben zum Ende des 19. Jahrhunderts nur noch ein "Gütler" genannt wird – Frauenschläger auf dem Rothshof – hat sich die doppelte Abgabenpflicht für diesen Hof bis 1924 erhalten.

Der Dreißigjährige Krieg

Im Lauf der Generationen wurden von diesen fünf bzw. vier Höfen nach und nach größere und kleinere Anwesen abgetrennt: Taglöhnerfamilien erhielten Grundstücke als Lohn zugewiesen und wurden damit sesshaft; für Kinder wurden auf Hofteilen und in Gärten neue Häuser errichtet. In einer Urkunde von 1609 heißt es: „Daß Dorff mitsambt der Pfarr Gemeinrecht und allen Untertanen gehört dem Kloster allein zu und hat sonst niemand nichtß allda, hat 4 Bauernhöff, 34 Körblergütler samt dem Wirtshauß, Bad und Hirtenhaus“.

Eine zeitlang konnte sich Weißenbronn „Markt Weißenbronn“ nennen. Im 16. Jahrhundert hatte Markt Triebendorf jährlich drei Märkte gehabt. Da dieser Ort aber an Bedeutung verlor, waren ihm auf Antrag des Klosters zwei Märkte genommen und nach Bonnhof und Weißenbronn gelegt worden. Mit dieser Marktgerechtigkeit, die einem Ort eine gewisse Bedeutung verlieh, argumentierten die Weißenbronner auch, als sie 1631 einen Antrag für eine Schmiede an die markgräfliche Verwaltung stellten. Seit 1601 hatten sie zwar einen Hufschmied, jedoch waren sie schon von jeher ohne Gemeindeschmied gewesen und mussten für alle diesbezüglichen Arbeiten nach Weiterndorf. Als im Jahr 1631 der Weiterndorfer Gemeindeschmied Hans Reuter, bedingt durch die Kriegswirren nach Weißenbronn verzogen war, nutzten die Weißenbronner das günstige Argument: „... unser Ort hat 36 Herdstätten, eine Pfarrkirche, Marktgerechtigkeit und mehr als Weiterndorf ein Recht auf eine Schmiede ... Nach einigem Hin und Her gab es daraufhin ab 1639 in Weißenbronn einen Gemeindeschmied. An anderen Handwerkern hat es bei uns seit 1602 einen Schuster, einen Schneider, einen Weber, einen Schreiner, einen Büttner, einen Maurer und einen Wagner gegeben, die alle Nebenerwerbslandwirte waren. Es war auch ein Bäcker ansässig, da nur Hofbesitzer das Recht auf einen eigenen Backofen zugestanden bekamen, es aber eine ganze Anzahl anderer Leute im Ort zu versorgen gab.

An anderen Berufen sind für diese Zeit noch verzeichnet: Taglöhner, Klosterdiener, Bader, Hirt oder Hutmann, Förster, Klostermeister, Klosterpott, Fuhrknecht oder Karrmann, Kornmann, Vorreiter, Klosterkoch, Pfeifer, Messer und Wirt.

Durch den Dreißigjährigen Krieg war ganz Deutschland in seiner politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung um Jahrhunderte zurückgeworfen worden. Der Bauern- und Bürgerstand war verarmt. Die Bevölkerungsverluste waren in den einzelnen Gebieten sehr ungleich. Die Hauptzerstörungsgebiete hatten 50 bis 70 % ihrer Menschen verloren.

Auch in der Kirchengemeinde Weißenbronn waren die Einbußen schrecklich. So stehen für das Jahr 1632 nur 32 Kinder im Taufbuch, auf die aber 199 Sterbefälle kommen. Ein Jahr später gab es dann nur eine Taufe. Bereits 1646 war die Seelenzahl der gesamten Kirchengemeinde auf 141 gesunken, obwohl ab 1645 die ersten Namen von Österreichischen Exulanten, d.h. Vertriebenen aus Glaubensgründen in den Pfarrbüchern vorkommen. Manche ließen sich auch für immer in der Pfarrei nieder. Zu der gehörten damals immerhin neben der heutigen Ausdehnung Wollersdorf, Reuth, Watzendorf mit Suddersdorf und Kitschendorf, Birkenhof, einige Häuser in Haag, Ziegelhütte, Schönbühl und der Berghof.

In den ersten zwölf Jahren des Dreißigjährigen Krieges hatte das Dorf und die Pfarrei von Weißenbronn verhältnismäßig wenig unter seinen Schrecken zu leiden. Nicht allzu oft gab es Durchzüge von Truppen und Einquartierungen. Eine für den Herbst 1621 kann man daraus erschließen, dass die Frau eines Soldaten aus dem Mansfeld`schen Lager beim „Bauern aufm Berg“, dem Berghof, ein Kind gebar. Im November desselben Jahres wurde dort ein Soldat tot im Backofen gefunden. Hatte er sich aufwärmen wollen? Eine längere Zeit scheint das Kloster und seine umliegenden Gebiete von beiden kriegsführenden Parteien rücksichtsvoll behandelt worden zu sein. Vielleicht war es tatsächlich so, wie Pfarrer Lauter in seiner Pfarrchronik von 1890 meint, dass die Mönche in ihren weißen Kutten für die Katholischen katholisch und für die Evangelischen lutherisch waren. 1622 gab es eine „Einquartierung“ erfreulicher Art: Die Hofbeamten aus Ansbach machten der Kurfürstenwitwe von Heidelberg, die auf dem Weg nach Cadolzburg war, in Weißenbronn ihre Aufwartung. Für 8 Gulden – recht viel mehr musste man nicht für eine Kuh bezahlen! – wurde im hiesigen Wirtshaus verzehrt, 1 Eimer Wein (= 68,5 l) und 2 Eimer Bier wurden getrunken und aus der Klosterbäckerei wurden 40 Laib Brot herbeigeschafft.

Das tägliche Leben war bestimmt nicht leicht. Dadurch, dass die Städte in Verteidigungsbereitschaft versetzt wurden und die Inflation zunahm, kam der Handel mehr und mehr zum Erliegen, was eine erneute Teuerung nach sich zog. Hatte z.B. ein Pferd bisher 50 bis 70 Gulden gekostet, so musste man jetzt 200 bis 300 Gulden dafür bezahlen; eine Kuh, die bisher 10 bis 12 Gulden wert war, wurde jetzt für 30 bis 40 Gulden verkauft. Wie es die älteren unter uns noch selber kennen, wurden auch im Dreißigjährigen Krieg die Lebensmittel rationiert. Zu diesen Erschwernissen kam auch noch die Pest, an der allein in Aich 1627 innerhalb von vier Monaten zwölf Menschen starben. Oft geschah es, dass nach den ersten Pestfällen ganze Dörfer verödeten, weil die Bevölkerung panikartig den Ort verlassen hatte, wie es z.B. von Wollersdorf berichtet wird.

Ab 1631 mussten die Menschen vermehrt aus ihren Dörfern flüchten. Marodierende Truppen machten die Gegend unsicher. So hatten umherschweifende Soldaten am 7. November 1631 auf der Kirchleite den Weißenbronner Mathesius erschossen, dessen Kind am Tag nach seinem Tod getauft wurde. Mit den Aufzeichnungen von Pfarrer Ihring beginnt in Weißenbronn die regelmäßige schriftliche Überlieferung. Im Umkreis von 15 Kilometern tat er seinen Dienst. Als 1633 der Pfarrer von Neuendettelsau starb, blieb die Pfarrstelle bis 1646 unbesetzt. Allein hier hatte er schon sechzehn Trauungen – einmal neun an einem Tag. Auch in Petersaurach gab es keinen Pfarrer. Ab 1634 war Bürglein ohne Seelsorger, 1634 bis 1646 Rohr, das in der Zeit sogar seine Kirche verlor. Auch in Großhabersdorf, das damals zweieinhalb Wegstunden entfernt war, musste er aushelfen. 1640/41 war Roßtal verwaist – auch dort musste er amtieren. Windsbach hatte von 1639 bis 1642 keinen Pfarrer. Dürrenmungenau war nicht besetzt – der nächste war der Weißenbronner Pfarrer. So könnte man weiterfahren und aufzählen.

Zu dieser Arbeitslast kam der Kampf um das tägliche Brot. Pfarrer Ihring schreibt: „Ich habe all mein Vermögen 123 fl (Gulden) leichter Währung allein in das trockene Brot aufwenden müssen, sintemal ich das Simra Korn (1 Simra = rd. 222 kg) zu 16 bis 32 Rtlr. (= Reichstaler) hab zu Ansbach kaufen müssen, dabei sichs oft begeben, daß mir auf dem Weg ist alles abgenommen worden. Endlich hab ich halb Kleie und halb Korn gebacken, welches neben dem vielen Schrecken mir an meiner Gesundheit geschadet und ich in große Schuld und Verachtung geraten. Mein Gehalt im Jahr 1644 bestand in 34 fl, Geldanschlag von 3 Sra. Zehntkorn, 1 Sra Gerste und 2 Metzen (1 Metze rd. 14 kg) Weizen. Hab alles selber ausgezählt und auf dem Felde zusammengetragen, die Kosten zu sparen. An kleinen Gefällen 5 fl. Davon soll ich mit Weib und Kindern leben. Ein Knecht hat so viel. Die Accidenzien (Abgaben) von 141 Seelen sind sehr gering.“

Zudem lebten die Leute in einer ständigen Unsicherheit. Am 21. Dezember 1633 übernachtete der evangelische Herzog von Sachsen-Weimar mit einem Regiment Infanterie und 135 Pferden die ja auch versorgt sein wollten, in Heilsbronn. Ein Teil der Mannschaft wurde hier im Ort einquartiert. Schon am 28. Dezember lagen schwedische Truppen hier. Ihr Kapitän Schindler fand kaum Lebensmittel vor. Was er auftrieb, wurde beschlagnahmt. Im Februar 1634 hielten sich die Weißenbronner wegen der großen Unsicherheit im Kloster auf. Im Jahr 1635 war Pfarrer Ihring nach Nürnberg geflüchtet. Im Frühjahr 1637 plünderten Truppen des Feldherrn Piccolomini unser Dorf. Großvieh wurde geraubt und nur gegen ein Lösegeld wieder zurückgegeben. Sechs Bauern wurden zwölf Pferde während des Pflügens weggenommen. Der Schaden „wäre nicht so groß gewesen, wenn wir nicht acht Wochen lang an unserem Feldbau wären verhindert worden.“ 1638 gab es keine Pferde mehr in der ganzen Umgebung. Saatgut musste aus Nürnberg geholt werden. Am 20. Juli flohen die Weißenbronner ins Kloster. Im November waren sie wieder dort „wegen des Piccolominischen Volkes, das durch unser Dorf seinen Marsch nach Ansbach nahm“. Im Februar 1640 ging die Flucht sogar in die Festung Lichtenau.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging es mit dem Ort allmählich wieder bergauf. Zwar gab es durch Missernten und Teuerungen immer wieder Rückschläge, aber Kriege betrafen den Ort nicht mehr unmittelbar, und auch der Herrschaftswechsel in Ansbach, wo 1792 Friedrich Wilhelm II. König von Preußen in den Besitz der Markgrafschaft gekommen war, brachte für die Bevölkerung keine großen Einschnitte.

Weißenbronn um 1900

1806 kam Ansbach durch die napoleonischen Kriege unter König Max Joseph I. zu Bayern.

Nach den Bestimmungen des Gemeindeedikets vom 1.5.1818 entstand die politische Gemeinde Weißenbronn, zu der neben dem Pfarrdorf Triebendorf und Betzmannsdorf gehörten. Sie existierte bis zur Eingemeindung nach Heilsbronn im Jahr 1978. Über ihre Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister gibt es erst seit 1835 Aufzeichnungen. Alles, was wir über den ersten in dieser Reihe wissen, ist sein Name: Leonhard Maier, Ortsvorsteher von 1835-1840.

Der letzte Bürgermeister war Ernst Hießleitner von 1969 bis 1978.

Im August 1897 war anläßlich der damaligen Großmanöver das 1. Batt. des Kgl.-Bayer. Leibregiments in Weißenbronn einquartiert, und dem Pfarrhaus „widerfuhr die große Ehre, dessen Kommandeur S. Kgl. Hoheit Prinz Rupprecht von Bayern zu beherbergen“.

Den nächsten großen Einschnitt in der Ortsgeschichte bringt der 1. Weltkrieg von 1914-1918. Ungefähr jeder sechste Einwohner der Gemeinde war zuletzt einberufen, und mehr als ein Viertel von ihnen kam nicht mehr zurück: 30 Männer sind gefallen oder in den Lazaretten gestorben, sechs Soldaten wurden als vermisst gemeldet.

Der Umsturz von 1918 vollzog sich in Weißenbronn ruhig. Die Menschen waren wohl zu sehr mit ihrer eigenen wirtschaftlichen Not und ihren Sorgen beschäftigt. Vom November 1918 bis Februar 1919 hat es allein in unserer Kirchengemeinde wegen einer Grippeepidemie 16 Todesfälle gegeben. Ausgezehrt und ohne wirksame Medikamente hatten die Leute keine Widerstandskraft. Der Grippe fielen besonders junge Menschen zum Opfer: 17,5 Jahre war das Durchschnittsalter der Verstorbenen.

Um die Jahrhundertwende hatte die Öffnung Weißenbronns nach außen begonnen. Viele Vereine wurden gegründet. Seit 1888 existierte eine Forstaußenstelle. Damit gab es Arbeitsplätze für ein paar Waldarbeiter und Saisonarbeiterinnen. 1906 wurde die Distriktstraße von Heilsbronn über Weißenbronn und Triebendorf durch das Aurachtal weiter bis zur Hauptstraße von Schwabach nach Gunzenhausen gebaut. Erst seit 1919 gibt es von Weißenbronn einen ausgebauten Weg nach Neuendettelsau.

Es rührt uns heute seltsam an, wenn wir uns klarmachen, welche umwerfenden Erneuerungen vor nicht mal 70 Jahren bestaunt wurden. So heißt es beispielsweise in der Ortschronik im Zusammenhang mit den Dreschgesellschaften „die ausgebrauchte Lokomotive wurde 1936 durch Ankauf eines sogenannten Bulldogs ersetzt“. Wie anders die Maßstäbe damals noch waren, sehen wir daran, dass es durchaus nicht unüblich war, die landwirtschaftlichen Produkte mit dem Fahrrad oder der Schubkarre nach Nürnberg zu bringen.

„Ein besonderes Ereignis für die Ortschaft Weißenbronn mit Betzmannsdorf war die Errichtung einer Poststelle ...“ lesen wir unter dem 13.12.1937 in der „Chronik der Gemeinde Weißenbronn. Sie war dem Leitpostamt Schwabach unterstellt, weshalb dorthin zweimal täglich ein Bus fuhr. Eng wurde die Verbindung dorthin trotzdem nicht; die meisten Leute orientierten sich nach Ansbach oder Nürnberg. Allerdings trafen noch 1975 im Pfarramt Briefe ein, die an „Weißenbronn, Post über Schwabach“ adressiert waren.

Die Weltkriege

Im Jahre 1938 grassierte die Maul- und Klauenseuche. Die Einwohnerzahl des Jahres 1938 lag bei 390, eine Viehzählung vom 14.12. ergab 32 Pferde, 549 Rinder, 165 Schafe, 299 Schweine, 13 Ziegen, 2154 Hühner, 341 Gänse und 9 Enten. Der Winter brachte einen Meter hohen Schnee, der das Wild bis an den Ort herantrieb.

Im September 1941 trafen die ersten Gefallenenmeldungen ein. Die Zivilbevölkerung litt auch in unserem Dorf unter der extremen Kälte von -30 Grad, und manche Familien litten zudem unter der Ungewissheit, weil immer öfter „Vermisst-Meldungen“ von Soldaten eintrafen.

Ab 1943 wurden sog. „Fliegergeschädigte“ aus Nürnberg hier einquartiert, zunächst waren es fünfzig, ein halbes Jahr später kamen 35 Schulkinder mit einer Lehrerfamilie dazu. Im Februar 1945 waren 203 Umquartierte und Flüchtlinge in der politischen Gemeinde Weißenbronn untergebracht.

Insgesamt sind im 2. Weltkrieg 53 Männer aus der Kirchengemeinde nicht mehr aus dem Krieg zurückgekommen. Ihre Namen stehen auf der Gedenktafel neben dem Eingang zur Kirche.

Im Februar 1945 fielen in der Ortsgemarkung die ersten und einzigen Bomben, und bei Triebendorf ging ein abgeschossenes deutsches Flugzeug nieder. Von der Zivilbevölkerung kam niemand zu Tode. Ein englischer Pilot stürzte wenig später bei Betzmannsdorf ab. Für Weißenbronn kam das Kriegsende am Abend des 21. April 1945. „Gegen 8 Uhr abends fuhr ein großer Panzer in das obere Dorf, von Heilsbronn kommend ein, die Besatzung stieg aus und begab sich wegen Übergabe des Dorfes in das Bürgermeisteramt. Dem Bürgermeister wurde kundgetan, entweder durch Aushängen von weißen Tüchern den Ort freizugeben, oder es folgt die Beschießung. Nun musste schnell gehandelt werden. Der Bürgermeister entschied sich dafür, das Dorf zu retten. Und so erfolgte am nächsten Morgen der reibungslose Einmarsch und Weißenbronn blieb bis auf einen Granateinschlag in das Wohnhaus Scheiderer ganz verschont.

Im Januar 1946 erreichten Flüchtlinge auch unsere Gemeinde, und es waren immerhin 200 Ortsfremde untergebracht. In diesem Monat fanden auch wieder Gemeindewahlen statt.

Inzwischen hat sich vieles verändert. Die Straßen, die das Dorf früher bei Regen in ein „Schmutznest“ verwandelt haben, sind längst geteert, es gibt überall Straßenlampen, es leben nur noch wenige Vollerwerbslandwirte im Ort, die Höfe werden im Nebenerwerb betrieben, eine Neubausiedlung ist dazugekommen, aber der dörfliche Charakter ist gewahrt geblieben. Und auch das gesellschaftliche Leben wird noch immer von den Jahreszeiten und den Vereinen geprägt.

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