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Stadtrundgang Heilsbronn


Der Name HEILSBRONN

Bei der Erkundung der Geschichte geht man zurück zu den Quellen. Gleich zu Beginn Ihres Rundgangs kommen Sie zum Heilbrunnen. Hier stehen Sie an der Quelle im wahrsten Sinne des Wortes. Diese so klar sprudelnde Quelle kann allerdings in die Irre führen, wenn man meint, es hier mit einer Heilsquelle zu tun zu haben, die namengebend für diese Stadt sein soll. Der Name des Ortes Heilsbronn hat mit dieser Quelle nichts zu tun, obwohl dies immer wieder angenommen wird und zahlreiche Besucher überrascht sind, dass es hier keine Heilquelle gibt.

Die Tatsachen sind anders gelagert:

Bischof Otto von Bamberg gründete an diesem Ort im Jahre 1132 ein Kloster - von ihm wurden außerdem noch über 20 weitere Klöster gestiftet.

Um die Gründung tätigen zu können, erwarb Otto von fünf Abenberger Grafengeschwistern ein Praedium, also Grund und Boden. Auch auswärts kaufte er weitere Güter zur Ausstattung des zu errichtenden Klosters.

Der Abenberger Besitz war 1132 bereits besiedeltes und bewirtschaftetes Land, der Ort wurde damals Haholdesbrunnen, Haholdprunn oder ähnlich klingend bezeichnet. Es handelte sich also um die Siedlung eines Hahold an einem Brunnen, bzw. einer Quelle.

Bischof Otto war 1132 noch nicht auf den Orden der Zisterzienser fixiert. dieser Reformorden hatte sich damals von Burgund aus rasch ausgebreitet. 1127 entstand die erste Ordensniederlassung rechts des Rheins im Steigerwald. Das Kloster Ebrach war von Morimond aus gegründet worden. Von Ebrach kamen dann im Jahre 1141 Mönche nach Haholdesbrunnen und von diesem Zeitpunkt an ist Ottos Neugründung mit Sicherheit ein Zisterzienserkloster.

Die Tatsache, dass Otto zunächst nicht an die Zisterzienser gedacht hat, erklärt auch eine Abweichung von der Regel dieses Ordens: Grundsätzlich wollten die Zisterzienser als strenger Reformorden bei der Neugründung nur in bisher unbesiedeltes Gebiet gehen - je unwirtlicher, desto gottgefälliger war es für sie.

Anfangs bezeichnen die Mönche ihr Kloster Haholdesprunn oder ähnlich. Ab dem 14. Jahrhundert taucht dann der Name fons salutis auf (Brunnen des Heils). Vielleicht regte der bisherige Name vom Klang her sie an, diesen neuen Namen zu wählen. Es kam öfters vor, dass die Zisterzienser ihren Klöstern programmatische Namen gaben (Gotteszell, Gottestal, Heiligenfeld, Engelszell, Marienwalde, Marienstern, Marienstatt, Marienfeld, Himmelspfort, Heiligenkreuz und andere).

Fons salutis wollte zum Ausdruck bringen, dass das Kloster "ein Quell des Seelenheils" für das umliegende fränkische Land sein wollte - keinesfalls war an eine materielle Quelle gedacht.


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Lageplan und Vorschläge zum Stadtrundgang:





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Das Konventhaus


Zur Klosterzeit stand an der Einmündung der heutigen Hauptstraße in den Marktplatz ein Tor (Rosentor), das Einlass in den äußeren Klosterbereich gab; 1720 wurde es abgerissen. Das südliche äußere Tor (Weißes Tor) stand bis 1771 bei der heutigen Sparkasse.

Das große Gebäude mit dem gläsernen Aufzugsturm heißt seit 1990 Konventhaus; vorher wurde es nach seiner Funktion zwischen 1880 und 1929 "altes Finanzamt" genannt. Der heutige Name hat allerdings keine direkt auf das Haus bezogene Bedeutung, sondern weist nur allgemein auf das ehemalige Kloster hin. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Konventhaus aufwändig erneuert worden; dabei haben baugeschichtliche Untersuchungen ergeben, dass hier bis 1719 Getreidespeicher gestanden haben (Haferkästen). Erst 1720/21 erfolgte der Umbau zu einem Wohngebäude.

Seit 1937 ist die Stadt im Besitz des Gebäudes. Neben zwei Arztpraxen und dem Notariat beherbergt es ab 2006 im Dachgeschoss ein Museum zur Kloster- und Stadtgeschichte.

Im Untergeschoss waren bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts die Autos der Feuerwehr abgestellt. Seit 1986 ist der restaurierte "Konventsaal" mit seinem Kreuzgewölbe Festsaal der Stadt Heilsbronn.

Zwischen Konventhaus und dem Tapeziergeschäft Weber befand sich die ehemalige Pforte in den inneren Klosterbereich; Stufen führten einst hinunter.

Die Zisterzienser errichteten ihre Klöster nach einem Idealplan, auch in Heilsbronn war dies so - allerdings machten es die örtlichen Gegebenheiten notwendig, die innere Klosteranlage nicht im Süden der Kirche, sondern nördlich davon zu bauen. Auch in Maulbronn, dem besterhaltenen Zisterzienserkloster in Deutschland, findet man diese Abweichung.


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Der Heilbrunnen - ein Missverständnis und seine Folgen


Am Heilsbrunnen versetzen Sie sich bitte in die Zeit 1730 zurück.
Das Kloster existiert damals seit über 150 Jahren nicht mehr.

In seinen Räumen unterhalten nun die Markgrafen von Brandenburg–Ansbach und Brandenburg–Bayreuth gemeinsam eine Fürstenschule.
100 Knaben aus den Gebieten der beiden Fürsten leben hier auf Staatskosten. Medizinisch betreut werden die Schüler von Dr. Feuerlein. Dieser Arzt ist fest davon überzeugt, dass die Mönche bei ihrer Namensgebung einst eine Mineralquelle gemeint haben mussten. Gemeinsam mit dem Ortspfarrer Hocker und dem Klosteramtsverwalter Bernhold gelingt es ihm, den Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von der Existenz eines Heilbrunnens zu überzeugen. Für einige Zeit ist dann hier auch gekurt worden, der Markgraf ließ sogar ein Fachwerkgebäude über der Quelle errichten und er selbst bezog in großer Menge Wasser aus Heilsbronn. Im Jahre 1732 hat Dr. Feuerlein eine umfangreiche Schrift verfasst:

„Heilsbronnisches Zeugnis der göttlichen Güte und Vorsorge bei dem uralten, nun aber neu entdeckten, mitten im dem Kloster Heilsbronn befindlichen Heilbronnen, dessen Kuren, Kraft und Wirkung, Gebrauch und Missbrauch, auf gnädigst herrschaftlichen Befehl beschrieben von Georg Christoph Feuerlein, hochfürstlich brandenburgisch onolzbachisch, zu diesigen Heilbronnen verordneten Medico ordinario.“

Das Wasser sollte sich nach Feuerlein bewähren bei Steinbeschwerden, Fuß-, Augen-, Brust-, Magenleiden, Wechselfieber, Ausschlag, Epilepsie, Würmern, Schlaganfällen.

Bereits nach dreijährigem Bestehen des Heilbrunnens wurden Klagen über Abnahme der Frequenz laut; fünf Jahre später erklärte man die geringe Wirksamkeit durch Verschüttungen und nach einigen Jahrzehnten war der Kurbetrieb völlig zum Erliegen gekommen.

 

1578 war der letzte Mönch verstorben und die Markgrafen als Schutzherren des Klosters waren dadurch zu Erben des gesamten Besitzes geworden. Zur Verwaltung der Güter zwischen Main und Donau setzte der Markgraf einen Klosteramtsverwalter ein. Dieser kassierte die Erträge wie bisher das Kloster.

Was jedoch sollte mit den nun leer stehenden Klostergebäuden selbst geschehen?



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Das Refektorium


Das Speisehaus der Mönche, das Refektorium, war um 1240 im spätromanischen Stil erbaut worden. Das gotische Türmchen kam 1436 hinzu. Das romanische Hauptportal war 1884 vom damaligen Kronprinzen und späteren Kaiser Friedrich III. für das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg gekauft und dann ausgebaut worden; dort ist es 1945 einem Bombenangriff zum Opfer gefallen.

Das Speisehaus der Mönche hat nach dem Ende des Klosters eine neue Bestimmung gefunden. Für die Fürstenschule wurde eine Brauerei eingerichtet.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Refektorium der katholischen Gemeinde als Kirche; 1961 erwarb es die evangelische Kirche, seither ist es Gemeindehaus.


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Das Münster - Mittelpunkt des Klosters


Seit 1132 dient das Münster als Gotteshaus; zunächst 400 Jahre lang als Mönchskirche, danach bis heute als ev.-luth. Kirche. Während der Jahrhunderte ist viel an ihr gebaut worden. Das Portal am nördlichen Querhaus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Mehr über die Baugeschichte können Sie im Münsterführer erfahren. Er wird am Büchertisch im Münster angeboten.

Erbaut wurde das Münster in mehreren Abschnitten. Im Westen erkennt man deutlich den am Ende des 14. Jahrhunderts erfolgten Anbau der "Ritterkapelle", einer Art Friedhof für den fränkischen Adel. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein romanisches "Paradies", eine Eingangshalle.
Das spätgotische "Mortuarium" aus dem 15. Jahrhundert (1412 - 1433) wurde ebenfalls für Bestattungen errichtet. Diese wurden noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vorgenommen.

Die gotische Ostchorerweiterung erfolgte am Ende des 13. Jahrhunderts. Im Gegensatz zum übrigen Kirchengebäude ist der Ostchor vn den sehr weitgehenden Bauveränderungen durch den Architekten Friedrich von Gärtner verschont geblieben. Im Auftrag des bayerischen Königs Ludwig I. hat Gärtner in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts das Münster zu reromanisieren versucht; ursprünglich sollten auch Mortuarium und Ostchor abgebrochen werden, weil sie mit Gärtners Vorstellung von einer romanischen Kirche nicht vereinbar waren.

Öffnungszeiten:
Das Münster ist von Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) bis zum Reformationsfest (31. Oktober) täglich von 10.00 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Während der Wintermonate November, Dezember und März ist das Münster ist das Münster nur von 10  bis 16 Uhr geöffnet (dienstags geschlossen).

Im Januar und Februar ist das Münster nicht geöffnet.


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Das Infirmitorium


Wenn Sie vom Ostchor aus nach links gehen, gelangen Sie zu dem übrig gebliebenen Teil des Infirmitoriums, des Mönchskrankenhauses. Ursprünglich war es wesentlich größer und bildete die Form eines T.

Erbaut wurde es 1472/74 und bot Platz für ca. 20 Kranke. Im Osten angebaut war eine dem Heiligen Laurentius geweihte Kapelle. Er galt als Patron der Schwerkranken und der armen Seelen im Fegefeuer. 1554, also bereits vor der Inbesitznahme des Klosters, erwählte der Markgraf die Abtei zu seinem Heilsbronner Aufenthaltsort - zuvor wohnte er bei seinen Besuchen im Burggrafenhaus, dem heutigen Pfarrhaus. Das Infirmitorium diente nun als Unterkunft für Knechte, als Sattellager und als Pferdestall. Zur Zeit der Fürstenschule war es wieder Krankenhaus.


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Die Abtei


Vom einstigen Infirmitorium aus blicken Sie auf die ehemalige Abtei; zur Unterscheidung von der früher errichteten Abtswohnung (alte Abtei) im Hofe des Anwesens Hauptstraße 4, wurde und wird sie noch heute die „Neue Abtei“ genannt.

Der Abt wohnte an der Nahtstelle zwischen innerem und äußerem Kloster; er war der Repräsentant des Klosters nach außen. Das Abtsgebäude war im 13. Jahrhundert – zeitgleich mit der Ostchorerweiterung – errichtet worden. 1487 wurde der Südflügel angefügt, 1519 folgte noch der feuerfeste Archivturm an der Westseite. Durch den Torbogen hatten die Gäste des Klosters Zugang zum Gästehaus, welches das „Hohe Haus“ genannt wurde.

1578 wurde die repräsentative „Neue Abtei“ zum Sitz des neugeschaffenen Klosterverwalteramtes, also zum Verwaltungs- und Gerichtsgebäude. Außerdem nahm nun der Markgraf hier Quartier, wenn er sich in Heilsbronn aufhielt – z.B. zu Jagden im Klosterwald oder zu Beisetzungen im Münster. Später zog hier die „Deutsche Schule“ (Volkschule) ein; in Heilsbronn gibt es bereits seit 1587 solch eine Schule.

Seit 1947 dient die „ Neue Abtei“ kirchlichen Zwecken, 1953 wurde sie von der Stadt an die Landeskirche verkauft und beherbergt nun das Religionspädagogische Zentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Das Kaiserzimmer im Erdgeschoss erinnert an die zahlreichen Kaiserbesuche im Mittelalter. Die Spunddecke von 1494 mit ihren Schnitzereien gibt Zeugnis von der zisterziensischen Gedankenwelt. Beachtlich sind auch die ehemalige Abtskapelle und die Wohn- und Repräsentationsräume des Abtes im 1. Stock.

Wenn Sie durch den Torbogen gehen, gelangen Sie zunächst in die Abteigasse und dann auf den heutigen Marktplatz. Dabei kommen Sie an der Nordfassade des Dormitoriums vorbei; die restaurierte Marienfigur ist spätgotisch, der Dachreiter des Refektoriums wurde 1436 errichtet. Darunter sehen sie ein sog. Biforium mit eingestellter romanischer Säule.


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Das Dormitorium


Das Dormitorium (Schlafhaus der Mönche) reichte ursprünglich bis an das Querschiff des Münsters.

Im Untergeschoss des Gebäudes befanden sich zur Klosterzeit die Arbeitsräume (Skriptorien) und - direkt an das nördliche Querhaus angebaut - der Kapitelsaal (der Versammlungsraum der Mönche). Dieser ist 1775 abgerissen worden.

Im Obergeschoss schliefen die Mönche - angekleidet, nur ohne Schuhe - auf Strohsäcken. Um zwei Uhr nachts ertönte die Glocke zum ersten Gottesdienst.

Abweichend von den Regeln der Zisterzienser war in den letzten Jahrzehnten des Klosters - es war inzwischen weitgehend lutherisch orientiert - eine Klosterschule unterhalten worden. Beabsichtigt war, dadurch den Nachwuchs für den Konvent zu bekommen. Mit dem Ende des Klosters war auch das Ende der Schule gekommen.

Markgraf Georg Friedrich gründete 1581 von Königsberg in Preußen aus (der Ansbacher Markgraf regierte auch die Markgrafschaft Bayreuth und das ehemalige Ordensland) eine Fürstenschule für 100 Knaben aus seinen Territorien. Diese kamen meist auf finanzschwachen Familien und lebten internatsmäßig im ehemaligen Kloster.

Von 1582 bis 1736 wurde das Dormitorium von der Fürstenschule genutzt.

Nach damaliger Erkenntnis sollte Biersuppe ein geeignetes Nahrungsmittel für heranwachsende Knaben sein. Der Wochenspeiseplan galt übrigens durchgehend für das ganze Jahr. So gab es an allen Sonntagen mittags immer gebrannte Hafersuppe, Erbsen mit gebranntem Speck, Spießgebratenes vom Rind, Kalb Schwein oder Hammel. Am Abend aßen die Schüler Gerste in Fleischbrühe, Zwetschgen, Gebratenes und eingemachtes Fleisch.

Während der Lehrplan und Tagesablauf der Klosterschule ganz auf das mönchische Leben abgestimmt waren, ist die Fürstenschule durch ein anderes Konzept gekennzeichnet gewesen - sie sollte dem Staat tüchtige Beamten heranziehen.

1736 erfolgte die Auflösung der Fürstenschule; die Schüler wurden nach Ansbach bzw. Bayreuth verlegt.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde ein Teil des Dormitoriums wieder aufgebaut. Im Untergeschoss des Neubaus befindet sich ein Gemeinderaum der evangelischen Kirchengemeinde. Das Obergeschoss wird vom Religionspädagogischen Zentrum genutzt.

Nach wenigen Schritten gelangen Sie zum heutigen Marktplatz.


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Der Marstall


An der Stelle des neugotischen Brunnens von 1862 war zur Zeit des Klosters ein Weiher für die Reinigung der Gästepferde. Diese wurden seit 1505 im Gebäude der heutigen Pizzeria untergebracht. Das gotische Gewölbe des Stalls ziert nun das Restaurant. Unter dem Haus fließt - wie beim Schlachthaus, beim Dormitorium und beim Infirmitorium - die Schwabach.

Das Stallgebäude wurde schon bald verkauft und umgebaut.
Die übrigen Gebäude des heutigen Marktplatzes stehen meist auf den Grundflächen ehemaliger Scheunen.

Das Klosteramtsverwalterhaus


An der Stelle des großen Fachwerkbaues auf dem Marktplatz war zu Zeiten des Klosters ein 5-stöckiges Kornmagazin. 1621 ließ Markgraf Joachim Ernst es abreißen und an seiner Stelle das sogenannte Verwalterhaus errichten. Es hatte die Funktion des ehemaligen Abtsgebäudes zu übernehmen: Amtsräume des Verwalters und Wohnräume für den Markgrafen.

Das Wappen mit dem Dreischalenbrunnen erinnert an das Klosteramt, das Hohenzollernwappen an die Markgrafen.


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Das Klosterschlachthaus


Zur Zeit des Klosters war der heutige Marktplatz ein relativ unattraktives Gelände. Darunter fließt heute wie früher schon die Schwabach unterirdisch durch mächtige Gewölbe. Am westlichen Rand des Areals baute man das Klosterschlachthaus direkt über den Bach und hatte damit die Entsorgung geregelt. Die angemessene Entfernung vom inneren Klosterbereich hatte man wegen der starken Geruchsbelästigung gewählt.

Das Klosterverwalteramt verkaufte dann später das Gebäude an einen Metzger – bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts betrieb der Löwenwirt eine Metzgerei.

Nicht alle Gebäude konnten bei geringen Umbaumaßnahmen neuen Zwecken zugeführt werden. Einige standen zunächst leer und wurden später auf Abbruch verkauft, besonders im 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts. So sind die Steine von Magazinen und des Kreuzgangs in Häusern verbaut, die damals außerhalb der ehemaligen Klausur errichtet worden sind; so vor allem in der Hauptstraße, über die Sie gegenüber dem gläsernen Aufzugsturm in den ehemaligen Brauereihof und an dessen Ende zur Spitalkapelle gelangen.


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Die Spitalkapelle


Die wohl interessanteste Weiterverwendung eines klösterlichen Gebäudes stellt die ehemalige Spitalkapelle dar. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert und zeigt den Übergang von der Romanik zur Gotik.
Nur in der Anfangszeit war das Kloster dem Prinzip der absoluten Eigenbewirtschaftung gefolgt. Später wurden dann Knechte, Mägde und Taglöhner beschäftigt. Diesen Personen - Klosterleute genannt - war das Betreten des Münsters nicht gestattet. Folglich musste für sie ein eigener Gottesdienstraum geschaffen werden.

Im Falle von Heilsbronn war dies die Spitalkapelle. 1266 wird sie erstmals erwähnt. Nebenan befand sich das Spital für die Klosterleute. 14 Betten standen für arbeitsunfähige und drei Betten für kranke Klosterleute zur Verfügung. Es bestand auch die Möglichkeit, sich in das Spital einzukaufen, d.h. dem Kloster seinen Besitz zu vermachen und dafür den Lebensabend im Spital zu verbringen – von einem Nürnberger Arzt ist dies nachgewiesen.

Donnerstags war „Spendtag“ im Kloster Heilsbronn. Auf dem Spitalplatz waren jeden Donnerstag bis zu 600 Arme mit Brot aus der Klosterbäckerei versorgt worden.

1708 war es dem Klosteramt gelungen, das heruntergekommene ehemalige Gotteshaus an einen Schneider zu verkaufen. Der setzte an die Stelle des Daches auf das noch brauchbare Mauerwerk das interessante Fachwerkgebäude.


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Das Rathaus


Im Jahre 1700 existierten 20 Privatwohnungen, 1800 waren es bereits 100 – oder anders ausgedrückt:

1578 lebten 170 Menschen in Heilsbronn, 1650 waren es 400 und 1727 waren es 800. In diesem Jahr wurde Heilsbronn das Gemeinderecht gewährt. Es gab nun 2 Bürgermeister und 4 Beisitzer. Es konnte Pflasterzoll erhoben und eine Gemeindekasse geführt werden.

Das Marktrecht bekam Heilsbronn 1806 verliehen – allerdings waren schon zuvor Märkte abgehalten worden.

An der Stelle des ehemaligen Richterhauses hat man im 18. Jahrhundert das noch bestehende Gebäude errichtet. Bis 1901 war hier das Amtsgericht untergebracht. Seit 1916 dient es als Rathaus. Im Jahr 1932 wurde Heilsbronn zur Stadt erhoben. Damals lebten 1.667 Menschen im Ort, heute hat Heilsbronn fast 10.000 Einwohner.


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Der Steinhof


Nur wenige Gebäude stehen seit Jahrhunderten weitgehend unverändert und nur drei haben seit Anbeginn ihre Funktion bis heute behalten:

das Münster
die Klostermühle
und der Steinhof


Gegründet als Klostergasthaus für durchziehende Pilger, ist der Steinhof auch heute noch eine Gastwirtschaft. Gemäß der Ordensregel waren die Zisterzienser verpflichtet, sich der durchziehenden Wallfahrer und Pilger anzunehmen – daher brauchte jedes Kloster ein Wirtshaus. Dieses hatte außerhalb der Klausur zu liegen und im Falle von Heilsbronn hat man sich hier das Zentrum des außerklösterlichen Lebens vorzustellen. Hier flossen einige Brunnen mit Trögen zur Tränke. Das graue Fachwerkhaus in der Nähe war die Klosterschmiede.

Der Name Steinhof leitet sich davon ab, dass das Gebäude kein reines Fachwerkhaus ist, sondern ein gemauertes Erdgeschoss hat.

1626 verkaufte das Klosteramt das Anwesen, 1689 wurde hier die kaiserliche Reichsposthalterei untergebracht, wobei etwa 16 Pferde zum Wechsel auf der Strecke Ansbach – Nürnberg zur Verfügung standen.

Damals erfolgte auch die Umbenennung in „Gasthof zum Adler“. Vom ursprünglichen Gebäude ist nur noch das Erdgeschoss vorhanden, der Fachwerkaufbau stammt aus der Zeit um 1680.


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Der Katharinenturm


Nachdem die Spitalkapelle der größer gewordenen Gemeinde der Klosterleute (Arbeitskräfte für das Kloster und deren Familien) nicht mehr ausreichend Platz bieten konnte, wurde um 1350 eine neue Kapelle erbaut. Auch diese musste etwa hundert Jahre später vergrößert werden. Dabei wurde die Straße nach Westen überwölbt und dann ein verlängertes Kirchenschiff errichtet. Ein Portal in der Südwand ist erhalten geblieben und bildet heute den Eingang in den Turm, der auf den Grundmauern des Erweiterungsbaues gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden ist.

Als nach dem Ende des Klosters die kleine evangelische Gemeinde in Heilsbronn das Münster für ihre Gottesdienste benutzen konnte, war die bisherige Laienkirche leer gestanden und so war um 1770 von der markgräflichen Regierung entschieden worden, die nicht mehr benötigte Katharinenkirche abzureißen.

Den Westteil des Kirchengebäudes allerdings ließ man stehen und stockte ihn zu einem Wohnturm auf. Dies geschah in der Absicht, Mieteinnahmen zu bekommen. 1774 war der Turm vollständig fertiggestellt, im Dachgeschoss zog der Türmer ein.

Erst nach dem 2. Weltkrieg ist das Türmeramt nicht mehr vergeben worden, ab 1980 waren alle Wohnungen im Turm geräumt und es konnte der Umbau zur Stadtbücherei durchgeführt werden. In der ehemaligen Türmerwohnung sind seit 1995 die Heimatstuben des Heimatvereins Heilsbronn untergebracht. Während der Öffnungszeiten der Bücherei können sie besichtigt werden.


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Das Luitpold-Denkmal


Nachdem König Ludwig II. von Bayern im Starnberger See zu Tode gekommen war, folgte ihm sein Bruder Otto als König. Otto war geisteskrank und nicht regierungsfähig, für ihn regierte sein Onkel Luitpold als Prinzregent. Zu jener Zeit gab es in Franken noch keine Denkmäler für einen Wittelsbacher; damals lebte ein Nachfahre eines Heilsbronner Pfarrers in München, Ludwig Kammerecker. Kammerecker stiftete das Denkmal dem Ort seiner Ahnen, 1911 wurde es eingeweiht.


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Das Castrum (Markgrafenhaus)


Auf unserem Rundgang kommen wir nun in die Pfarrgasse. Von hier hat man einen guten Blick auf das Münster und kann die Erweiterungsbauten der Ritterkapelle und des mortuariums deutlich erkennen. Gegenüber steht das heutige evangelische Pfarrhaus, ehemals war das Gebäude erheblich größer – der Ostflügel und der Turm sind abgerissen worden. Beim Verkauf des Dorfes Haholdesprunn durch die Grafen von Abenberg an Bischof Otto von Bamberg haben sich die Verkäufer das Recht gesichert, allezeit im Kloster unentgeltlich versorgt zu werden. Damals wurde für sie das „castrum“ erbaut, zunächst nannte man es Burggrafenhaus, später Markgrafenhaus.

Im Pfarrgarten ist der „Achillesturm“ zu sehen, so genannt nach dem Erbauer, Markgraf Albrecht Achilles (Reg. 1440-1486). Durch diesen Torturm war es den Burggrafen bzw. Markgrafen jederzeit möglich, in ihr Quartier und in das Kloster zu gelangen. Berichte belegen, dass man von dem Recht der kostenfreien Verpflegung - natürlich auch für das Personal - ausgiebig Gebrauch gemacht hat.

1747 wurde das Gebäude evangelisches Pfarrhaus, nachdem es zuvor um ein Drittel verkleinert worden war.

Gehen Sie nun die Pfarrgasse entlang und steigen Sie die Steinstufen am Kindergarten in Richtung Münster hinab.


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Die Heidecker-Kapelle


Nun stehen Sie vor der ehemaligen Grabkapelle der Herren von Heideck. Sie weist noch deutlich in die Zeit der Romanik (um 1200 errichtet).


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Die Klostermühle


Das stark landwirtschaftlich ausgerichtete Kloster besaß in zahlreichen Außenorten Mühlen, die größte Mühle aber steht heute noch östlich des Münsters. Das Bauwerk wird 1336 erstmals erwähnt, seine Einzigartigkeit jedoch erhielt es erst 1515, als ein Fachwerkgeschoss aufgesetzt worden ist und dabei der Giebel erhöht werden musste. Die beiden unteren Geschosse enthalten Wohnung und Mahlwerk, die fünf oberen Stockwerke sind Kornböden.

Der Giebel des Erweiterungsbaus ragt vom dritten Stockwerk an 15 Meter frei in die Höhe, nur durch Strebpfeiler gesichert und ohne Verbindung mit dem Holzgefüge. Man könnte also das Mauerwerk zu zwei Dritteln abtragen, ohne dass der Bau an Festigkeit verlöre. Der Dachstuhl ist ein „liegender“ Dachstuhl, eine mittelfränkische Eigentümlichkeit. Wie Äste greifen die Schräghölzer aus nach allen Seiten; sie sammeln die Last und leiten diese zum Fuß der Säulen ab. Die Verwandtschaft mit Nürnberger Getreidespeichern ist unverkennbar.

Im Hungerjahr 1499 wurden 2280 Ztr. Getreide in der Mühle gemahlen, in guten Jahren waren es etwa 10 000 Ztr.. Ab dem 14. Jahrhundert wurden die strengen Regeln für das Klosterleben immer mehr umgangen; so ist verbürgt, dass ab 1380 „libeti“, also Lebkuchen, in der neben der Mühle liegenden Bäckerei angefertigt wurden.
1456 waren 7925 Lebkuchen gebacken worden, wovon 316 an Gäste des Klosters verschenkt wurden.

Im Jahre 1452 waren 4200 „Ritter“ (vierpfündige Brotlaibe) und 200 „Schwaben“ (Einpfünder) alleine an das Burggrafenhaus (Absteigequartier des Markgrafen und seines Gefolges in Heilsbronn) geliefert worden.

Noch vor der Klosterauflösung verpachtete man die Mühle und verkaufte sie 1714.

In einem kleinen Weiher wurde der nicht mehr sichtbare Bergbach aufgestaut, von dort wurde das Wasser zusammen mit dem der Schwabach auf ein oberschlächtiges Rad an der Ostwand geleitet.

Nicht mehr vorhanden ist ein großes Kornhaus, einst südlich der Mühle gelegen. Außerdem waren im äußeren Klosterbereich noch 10 Scheunen errichtet gewesen.


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Die Klostermauer


Wenn Sie zwischen dem neu errichteten Einfamilienhaus des Müllers und dem Haus mit dem Fachwerkgiebel hindurchgehen, kommen Sie an die Klostermauer und können durch das „Mühltörle“ nach außen gelangen; rechts vom Mühltörle sehen Sie einen zugemauerten Durchlass für den verschwundenen Bergbach. Kurz nach dem 2. Weltkrieg ist das Bachbett zugeschüttet worden, der kerzengerade Fußweg markiert noch den früheren Verlauf.

Wenden Sie sich nach links und gehen Sie den „Rebenzaunacker“ hoch. Entlang der Mauer ist hier früher Wein angebaut worden; das Kloster hatte aber auch umfangreiche Weingüter in Mainfranken.

Die Ummauerung war einst etwa sechs Meter hoch, die Stärke betrug fast einen Meter. Heute sieht man nur noch die äußere Mauerwand, während die innere Wand und die Fütterung beseitigt sind. Die Klosterbefestigung hatte auch einen Wehrgang mit Schießscharten; in einem Plan von 1751 sind acht Wehrtürme verzeichnet.

Wenn Sie durch die Felder nach oben laufen , haben Sie einen guten Blick auf Heilsbronn. Vor Ihnen breitet sich im Tal die gesamte ehemalige Klosteranlage aus.

Über die Nürnberger Straße können Sie zurück auf den Marktplatz und in die Stadt gelangen.

Kurz vor dem „unteren Tor“, das bis ins 18. Jahrhundert nur als eine Pforte bestanden hat, kommen Sie am „Abenberger Hof“ vorbei.

An der Stelle des um 1500 errichteten Fachwerkhauses nimmt man den Gutshof der Abenberger Grafen an, der von Bischof Otto von Bamberg zur Ausstattung des Neuklosters 1132 erworben worden ist.


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